Stiftung vergibt Forschungsstipendium für Herzchirurgie der Medizinischen Hochschule Hannover



Erstmalig hat die Stiftung DHD (Der herzkranke Diabetiker) im Dezember das Forschungsstipendium für Nachwuchswissenschaftler verliehen. Der Preis mit einem Fördervolumen von 20.000 EURO ging an Bettina Wiegmann, Assistenzärztin der Klinik für Herz-, Thorax-, Transplantations- und Gefäßchirurgie der Medizinischen Hochschule Hannover. Das von Astra Zeneca/ Bristol-Myers Squibb unterstützte Stipendium nahm Wiegmann voller Stolz bei der Stiftungsjahrestagung in Berlin entgegen.

"Wir wollen mit dem Preis junge Akademiker zur Forschung stimulieren und innovative Projekte fördern, die sich der Stoffwechsel- und Gefäßproblematik herzkranker Diabetiker widmen", sagt Professor Diethelm Tschöpe, Vorsitzender der Stiftung DHD mit Sitz am Herz- und Diabeteszentrum NRW in Bad Oeynhausen.

 

Bettina Wiegmann (Bildmitte) hat das erste Forschungsstipendium der Stiftung DHD erhalten. Die Förderung wurde im Dezember von Professor Stefan R. Bornstein (TU Dresden, Mitglied der Preisjury, links im Bild) und Professor Diethelm Tschöpe (HDZ NRW Bad Oeynhausen, Vorsitzender Stiftung DHD, rechts im Bild) im Rahmen der 9. DHD-Jahrestagung in Berlin übergeben
Bettina Wiegmann (Bildmitte) hat das erste Forschungsstipendium der Stiftung DHD erhalten. Die Förderung wurde im Dezember von Professor Stefan R. Bornstein (TU Dresden, Mitglied der Preisjury, links im Bild) und Professor Diethelm Tschöpe (HDZ NRW Bad Oeynhausen, Vorsitzender Stiftung DHD, rechts im Bild) im Rahmen der 9. DHD-Jahrestagung in Berlin übergeben

Die Kardiochirurgin forscht zu der Fragestellung, welches Bypassmaterial für Diabetiker geeignet ist. Diese Frage wird bislang kontrovers diskutiert. Diabetiker haben eine hohe kardiovaskuläre Mortalität (2- bis 4-fach erhöht) und die koronare Herzkrankheit (KHK) gilt als häufigste Todesursache. Neben interventioneller Koronarangioplastie (PTCA) ist die koronarchirurgische Bypassoperation (CABG) eine Option in der Therapie der KHK. Diabetiker haben hier ein hohes Risikopotential für peri- und postoperative Komplika­tionen. Die pathophysiologischen Zusammen­hänge von erhöhten Blutzucker­spiegeln und Langzeitfolgen am Gefäßsystem (Mikro- und Makroangipathen) sind noch nicht ausreichend geklärt. Bei Diabetikern gibt es Belege für eine frühe Reduzierung der vaskulären Bioverfügbarkeit von Stickstoffmonoxid (NO) und der damit verbundenen endothelvermittelten Vasodilatation. Die vorzeitige Inaktivierung von NO durch freie Sauerstoff­radikale scheint dabei eine wesentliche Rolle zu spielen.

Für die Produktion und den Abbau der Radikale sind zwei Enzymsysteme verantwortlich, die in der Gefäßwand exprimiert werden: die endotheliale Xanthinoxidase (XOD) und die extrazelluläre antioxidative Superoxid­dismutase (SOD). Während XOD mit einer gesteigerten Produktion freier Sauerstoff­radikale einhergeht, vermittelt SOD die Inaktivierung bereits gebildeter Radikale in den Gefäßwänden. Die Dysbalance der Enzym­systeme führt zu einer veränderten Empfindlichkeit gegenüber vasoaktiven Substanzen. In der Studie soll die vaskuläre oxidative Balance bei Patienten mit KHK und Typ 2 Diabetes im Vergleich zu einer Kontrollgruppe ohne Diabetes geklärt werden. Hierfür werden XOD und SOD als Schlüsselenzyme des oxidativen Stress qualitativ und quantitativ analysiert.

 

Das Forschungsprojekt beinhaltet, dass sowohl Blutproben als auch Graftmaterialien (mammaria interna, A. radialis, V. saphena magna) auf das Verhältnis der beiden Enzymsysteme untersucht werden. Ziel ist es, die Eignung verschiedener Bypass­materialien (Arterie vs. Vene) zu prüfen und neue Ansätze in Diagnostik und Therapie bei vaskulären oxidativem Stress zu liefern.


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