20000 Euro für Forschung zu kardiovaskulären Folgen bei Leberverfettung



Nadine Gehrke aus Mainz hat das Stipendium der Stiftung DHD erhalten. Die Biologin forscht zur Entstehung von Leberverfettung und Entzündung im Zusammenspiel mit Insulinresistenz.


DHD-Forschungsstipendiatin Dr. Nadine Gehrke, © C. Derdzinski-Lahnstein
DHD-Forschungsstipendiatin Dr. Nadine Gehrke
© C. Derdzinski-Lahnstein

Mit dem Forschungsstipendium der Stiftung DHD wird in diesem Jahr ein innovatives Projekt der Universitäts­medizin Mainz gefördert. Das Stipendium mit 20000 Euro geht an Dr. rer. nat. Nadine Gehrke, die sich schwerpunkt­mäßig mit metabolischen Mechanismen der Leberschädigung beschäftigt. Im Forschungs­interesse der Naturwissen­schaftlerin liegt der Zusammenhang von Insulinresistenz und Aktivierung des Immunsystems bei der Endorgan­schädigung.

 

„Die Jury hat einstimmig für das Projekt von Frau Gehrke votiert“, sagt der Stiftungsvorsitzende Prof. Dr. med. Dr. h.c. Diethelm Tschöpe. Die Inzidenz der nicht-alkoholi­schen Steatohepatitis (NASH) nehme zu, die Patho­physio­logie der Erkrankung und organüber­greifende inflamma­torische Prozesse sind bislang noch unzureichend geklärt. Die Stipendiatin sei bestrebt, Grundlagen­forschung mit  klinisch relevanten Frage­stellungen zu verbinden, so der Endokrinologe aus Bad Oeynhausen.

 

Die Mainzer Wissenschaftlerin wird die Bedeutung des B cell leukemia-3 (Bcl-3) Proteins für die Entstehung von Insulinresistenz und endothelialer Inflammation bei der nicht-alkoholischen Fettleber­erkrankung (NAFLD) untersuchen. Bcl-3 gilt als Regulator inflammatorischer Prozesse in der Leber und interagiert mit dem Transkriptionsfaktor NFkB. Die NAFLD ist eng mit Risikofaktoren des metabolischen Syndroms (Adipositas, Hypertonie, Insulinresistenz, Diabetes mellitus Typ 2, Dyslipidämie) assoziiert, wobei das klinische Bild von der „einfachen“ Leberverfettung bis zur NASH reicht. Daraus können letztlich Leberzirrhose und hepatozelluläres Karzinom resultieren. Patienten mit NASH weisen zudem eine erhöhte Mortalität auf, die auf begleitende kardiovaskuläre Erkrankungen, vor allem die koronare Herzerkrankung, zurückzuführen ist.

 

Ziel des geplanten Projekts ist die Klärung beteiligter Pathomechanismen für die  Entwicklung und Progression der NAFLD. Insbesondere die Rolle der Insulinresistenz bei der Endorganschädigung soll untersucht werden. Im ersten Schritt prüft die 33-jährige Stipendiatin den Einfluss von Bcl-3 in einem optimierten, hochkalorischen Fütterungs­modell in transgenen Mäusen. Anschließend wird die Relevanz der erhobenen Daten im humanen System validiert. Dazu sollen in einer diabetischen Patientenkohorte mit NASH unter anderem Daten zu Insulinsensitivität sowie Herz- und Endothelfunktion erfasst werden, auch Lebergewebe und klinischer Verlauf werden untersucht.
„Ich erwarte vom Forschungsprojekt, dass meine Erkenntnisse dazu beitragen, den Zusammenhang der organübergreifenden Schädigung bei der NAFLD besser zu verstehen“, erklärt Nadine Gehrke. Damit verbinde sich die Hoffnung, dass die Entwicklung spezifischer Therapiemaßnahmen herz- und/ oder gefäßkranker NASH-Pa­tienten mit Diabetes mellitus Typ 2 möglich wird, führt die Wissenschaftlerin weiter aus.



Zur Person: Nadine Gehrke ist seit zwei Jahren im Rahmen einer Postdoc-Stelle in der I. Medizinischen Klinik und Poliklinik der Universität Mainz (Direktor: Prof. Dr. med. Peter R. Galle) in der Arbeitsgruppe von Privatdozent Dr. med. Jörn M. Schattenberg tätig. Ihre Mentoren beschreiben sie als Wissenschaftlerin mit hoher Begeisterung für die hepatologische Forschung. Dank ihrer immunologischen Erfahrung konnten wichtige neue Labormethoden in Mainz etabliert und hochrangige Publikationen veröffentlicht werden. Promoviert hat die Biologin 2011 im Fachbereich Molekulare Biomedizin an der Rheinischen Friedrich-Wilhelms-Universität Bonn zum Thema „Verstärkte Immun­erkennung UV-geschädigter Nukleinsäuren – ein möglicher Mechanismus der Phototoxizität im SLE“.


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