7. Jahrestagung "Der herzkranke Diabetiker" (DHD)



Spannender Kongress und würdige Preisträger


Zum siebten Mal fand in Berlin vom 07. bis 08. Dezember die Jahrestagung der Stiftung DHD (Tochterstiftung der Deutschen Diabetes-Stiftung) statt – die Resonanz war überwältigend und fachübergreifend. Mehr als 400 Besucher, darunter Hausärzte, Diabetologen, Kardiologen, Neurologen und Kardiochirurgen kamen zum hochkarätigen Kongress mit exzellentem Renommee. Im Mittelpunkt standen europäische Leitlinien und die interdisziplinäre Versorgung herzkranker Diabetiker sowie sich daraus ergebende Konsequenzen für die ärztliche Behandlungspraxis. Eingerahmt wurde die Veranstaltung von Industriesymposien, die ihrerseits einen breiten Themenbogen auf dem Boden neuer Studien und Produkte spannte. Highlights der Tagung waren die Verleihung des mit 10.000 EURO dotierten DHD-Förderpreis an die Forschungsgruppe um den Würzburger Kardiologen PD Dr. Johann Bauersachs sowie die Medienpreisverleihung der Deutschen Diabetes-Stiftung in Höhe von 16.666 EURO für brillant recherchierte Arbeiten aus dem Print- und TV-Bereich. Den Auftakt am Freitag bildete das Satellitensymposium der Berufsverbände niedergelassener Diabetologen (BVND) und niedergelassener Kardiologen (BNK), bei dem die Versorgungssituation herzkranker Diabetiker im Fokus stand.

 

Konsens: Versorgung herzkranker Diabetiker muss Hand in Hand gehen

Vor dem Hintergrund der aktuellen Leitlinie der Deutschen Gesellschaft für Kardiologie (DGK) zur Primärprävention erläuterte Prof. Helmut Gohlke (Bad Krozingen) die evidenzbasierten Empfehlungen zur umfassenden Risikoverminderung bei Diabetes mellitus und KHK (Koronare Herzkrankheit). Im Mittelpunkt des BNK/ BVND-Symposiums stand die Vorstellung und Diskussion der im Sommer 2007 von der Europäischen Gesellschaft für Kardiologie (ESC) und der Europäischen Gesellschaft für Diabetes (EASD) publizierten "Guidelines on diabetes, pre-diabetes, and cardiovascular diseases". Damit wird erstmalig auch auf europäischer Ebene die Notwendigkeit der interdisziplinären Kooperation zwischen Hausärzten, Kardiologen und Diabetologen eingefordert. In den ESC/ EASD-Guidelines finden sich die beiden Postulate, dass Patienten mit der Hauptdiagnose Diabetes mellitus mit oder ohne bekannte KHK in regelmäßigen Intervallen einem Kardiologen und Patienten mit der Schlüsseldiagnose KHK mit oder ohne bekannte Diabeteserkrankung in regelmäßigen Abständen einem Diabetologen vorgestellt werden müssen. Welche Konsequenzen sich daraus für die Versorgungspraxis ergeben, führten die Initiatoren des Symposiums, Dr. Richard Daikeler (Sinsheim, 2. Vorsitzender BVND) und Dr. Rolf Dörr (Dresden, Pressesprecher BNK) aus. Als Vorbild dient vielleicht die Landesärztekammer Sachsen, die für sich beanspruchen kann, mit der sächsischen Verbundleitlinie "Metabolisch-Vaskuläres Syndrom" möglicherweise einen konkreten Umsetzungsweg für die Versorgung geschaffen zu haben.

Über 400 Ärzte nahmen an der VII. Jahrestagung DHD in Berlin teil

Großes Themenspektrum: von Diabetologie über Kardiologie bis Neurologie

Mit dem provokanten Titel "Diabetestherapie – weiter so oder neue Konzepte?" wurde der Kongress am Samstag eröffnet. Vor dem Hintergrund laufender wissenschaftlicher und versorgungsmedizinischer Kontroversen ergab sich eine spannende Diskussion über die stadiengerechte Therapie mit und ohne Insulin. Prof. Petra-Maria Schumm-Draeger (München) zeigte dabei eine Roadmap von der primär oralen Therapie bis zur frühen Insulintherapie. Schumm-Draeger berichtete über die Ergebnisse der Metaanalyse zur Therapie mit verzögerten Langzeitinsulinanaloga im Vergleich zu herkömmlichen NPH-Insulinen, auch unter dem Aspekt von Therapieeffizienz und Therapiesicherheit.

Prof. Burkhard Göke (München) hielt einen viel beachteten Vortrag zur Substanz der DPP4-Inhibitoren bzw. Inkretinmimetika als neue antidiabetische Wirkstoffklasse und deren klinische Bewertung. Schlussfolgernd könnte das Prinzip der in anderen Bereichen der Endokrinologie praktizierten Langzeitdepot-Injektionen die Behandlung des Typ 2 Diabetes revolutionieren. Prof. Erland Erdmann (Köln) gab vor dem Hintergrund der kritischen Diskussion mit der Glitazon-Substanzgruppe eine klare Zusammenfassung und Empfehlung zur Behandlung mit dem oralen Antidiabetikum. Erdmann wies in dem Kontext auf die offenkundigen Evidenzdefizite in der Diabetologie hin.

In der Session "Koronarinterventionen" ging es um innovative und bewährte Interventionsverfahren, neue antithrombotische Medikamente und den Stellenwert operativer Koronarverfahren als ergänzende Option aber auch in Abgrenzung zur interventiven Kardiologie. Prof. Kurt Huber (Wien) berichtete vor dem Hintergrund internationaler Studiendaten über die Effizienz von Drug-Eluting-Stents.

Erstmals wurde bei der Jahrestagung auch das Thema Hirn aufgegriffen. Der Präsident der Deutschen Schlaganfallgesellschaft Prof. Martin Grond (Siegen) umriss die Größenordnung des Problems "Diabetes und Schlaganfall" und Prof. Harald Darius (Berlin) zeigte die Zusammenhänge vom embolischen Schlaganfall bei kardiologischen Erkrankungen auf. Als Schlussredner wies Prof. Kristian Rett (Wiesbaden) auf die konzertante Intonation der Risikofaktoren-Intervention zur Verbesserung der Prognose von Diabetikern mit Blick auf alle Strombahnbereiche hin.

 

Mit dem breiten Spektrum der Themen, die von Diabetologie über Kardiologie bis zur Neurologie reichten, hat die 7. Jahrestagung "Der herzkranke Diabetiker" im Dezember 2007 erneut einen topaktuellen Abriss des Status Quo in der Versorgung und Forschung an der Schnittstelle von Stoffwechsel- und Gefäßmedizin geleistet. Der interdisziplinäre Charakter der Veranstaltung mit Einbindung von Berufsverbänden und fachübergreifenden ärztlichen Disziplinen stieß auf große Zustimmung bei teilnehmenden Ärzten, Organisatoren und Industrie. Die Verantwortlichen werden an dem Konzept festhalten – nicht nur, weil sich der Kongress von der üblichen Fortbildungslandschaft abhebt, sondern vor allem weil interdisziplinäre Strukturen erforderlich sind, um die Versorgung herzkranker Diabetiker zu optimieren.

Prof. Dr. Erland Erdmann
Prof. Dr. Helmut Gohlke und Prof. Petra Maria Schumm-Draeger
Prof. Dr. Dr. h.c. Diethelm Tschöpe mit Prof. Dr. Kurt Huber

Förderpreis der Stiftung DHD würdigt erstklassige Forschungsarbeit von Würzburger Kardiologen

Den 8. Förderpreis der Stiftung "Der herzkranke Diabetiker" 2007 nahm die Forschergruppe um Prof. Dr. Johann Bauersachs (Würzburg) für seine Arbeit mit dem Titel: "Endothelial nitric oxide synthase uncoupling impairs endothelial progentor cell mobilization and function in diabetes" entgegen. Mit der exzellenten Forschungsarbeit wird ein wichtiger Beitrag zum pathophysiologischen Verständnis der Ursachen für das hohe Gefäßrisiko von Diabetikern geliefert. Die Würzburger Kardiologen fanden heraus, dass bei Patienten mit Diabetes mellitus Anzahl und Funktion der so genannten endothelialen Vorläuferzellen (EPCs) vermindert sind. Diese endothelialen Progenitorzellen spielen bei Reparaturvorgängen in den Blutgefäßen eine zentrale Rolle. Darum kann der Befund der Wissenschaftler die verstärkte Arteriosklerose und das vermehrte Auftreten von Herz-Kreislauf-Erkrankungen bei Diabetikern erklären.

Prof. Dr. Johann Bauersachs und seine Arbeitsgruppe konnten zudem auch die Mechanismen klären, die bei Diabetes mellitus für die reduzierte Zahl und Funktion der Vorläuferzellen verantwortlich sind. Das könnte eine Basis für zukünftige therapeutische Ansätze sein. Ihre Erkenntnisse haben die Kardiologen im März 2007 in der angesehenen Zeitschrift Diabetes der Amerikanischen Diabetes Association veröffentlicht.

Die Stiftung "Der herzkranke Diabetiker" sieht in dem neuen Preisträger einen weiteren Botschafter in der Reihe herausragender Laueraten, die die klinisch-wissenschaftliche Stoffwechsel- und Gefäßmedizin voranbringen werden. Der DHD-Förderpreis ist mit 10.000 EURO dotiert und wird von Sanofi Aventis unterstützt.

Dr. Berndt von Stritzky (SanofiAventis) und Prof. Dr. Dr. h.c. Diethelm Tschöpe (Vorsitzender der Stiftung DHD) bei der Preisübergabe an Prof. Dr. Johann Bauersachs (Würzburg)
Dr. Richard Daikeler (BVND), PD Dr. Johann Bauersachs (Förderpreisträger), Prof. Dr. Dr. h.c. Diethelm Tschöpe (Vorsitzender der Stiftung DHD) und Dr. Rolf Dörr (BNK)

Fokus-Beitrag, ApothekenUmschau, Münchener Abendblatt und MDR gewinnen DDS-MedienPREIS

Glanzvoll ehrte die Mutterstiftung DDS im Rahmen der DHD-Tagung die MedienPREIS-Gewinner 2007 – ein mit 16.666 EURO dotierter Preis, der alle zwei Jahre an Beiträge aus dem Print-, TV- und Hörfunkbereich mit Unterstützung von Daiichi-Sankyo Europe vergeben wird. Michael Backmund (München) erhielt den 3. Platz für seinen Beitrag "Metabolisches Syndrom – Diabetes Epidemie" in der Abendzeitung, ebenso Jana Olsen (Leipzig) für den MDR-Beitrag "Hauptsache Gesund: Diabetes". Über den 2. Platz konnte sich Dr. Ralph Müller-Gesser (Berg) freuen, gewürdigt wurde sein Beitrag "Diabetes – testen Sie Ihr Risiko" in der ApothekenUmschau. Als Erstplatzierter verdient nominiert wurde Jochen Niehaus (München) mit seinem Focus-Beitrag "So retten Sie sich vor Diabetes". Die Tochterstiftung "Der herzkranke Diabetiker" gratuliert herzlich allen Gewinnern.

Seit 1999 werden mit dem MedienPREIS der Deutschen Diabetes-Stiftung Publikumsbeiträge aus dem Bereich Print-Medien und Elektronische Medien sowie Fachbeiträge/ Sonstiges ausgezeichnet, die sich gut recherchiert von der Informationsflut abheben und die breite Öffentlichkeit über Diabetes aufklären. Dabei muss die mediale Präsentation ein dominantes Format besitzen und vor dem Hintergrund der DDS-Ziele das Thema Prävention in gesellschaftlichem, sozialem und medizinischem Zusammenhang allgemein verständlich darstellen.

Prof. Dr. Rüdiger Landgraf (Vorsitzender der DDS) mit den Preisträgern der MedienPREISverleihung 2007

Presseunterlagen zum Download:



Pressemitteilung als PDF-Datei (83 kB)

 

Text: K. Hertrampf ©

 

Pressefoto 1 als JPG-Datei 1772 x 1181 Pixel ( 460 kB)

Bildunterschrift: Dr. Berndt von Stritzky (SanofiAventis) und Prof. Dr. Dr. h.c. Diethelm Tschöpe (Vorsitzender der Stiftung DHD) bei der Preisübergabe an Prof. Dr. Johann Bauersachs (Würzburg)

 

Pressefoto 2 als JPG-Datei 1772 x 1181 Pixel ( 311 kB)

Bildunterschrift: Prof. Dr. Erland Erdmann

 

Pressefoto 3 als JPG-Datei 1772 x 1181 Pixel ( 483 kB)

Bildunterschrift: Dr. Richard Daikeler (BVND), PD Dr. Johann Bauersachs (Förderpreisträger), Prof. Dr. Dr. h.c. Diethelm Tschöpe (Vorsitzender der Stiftung DHD) und Dr. Rolf Dörr (BNK)

 

Pressefoto 4 als JPG-Datei 1772 x 1181 Pixel ( 586 kB)

Bildunterschrift: Prof. Dr. Helmut Gohlke und Prof. Petra Maria Schumm-Draeger

 

Pressefoto 5 als JPG-Datei 1772 x 1181 Pixel ( 526 kB)

Bildunterschrift: Prof. Dr. Dr. h.c. Diethelm Tschöpe mit Prof. Dr. Kurt Huber

 

Pressefoto 6 als JPG-Datei 1772 x 1181 Pixel ( 485 kB)

Bildunterschrift: Über 400 Ärzte nahmen an der VII. Jahrestagung DHD in Berlin teil

 

Pressefoto 7 als JPG-Datei 1772 x 1181 Pixel ( 440 kB)

Bildunterschrift: Prof. Dr. Rüdiger Landgraf (Vorsitzender der DDS) mit den Preisträgern der MedienPREIS-Verleihung 2007

Foto: K. Hertrampf ©


News Kontakt Impressum Sitemap